Thema

Dokumentation

SFB – Die DDR windet sich vor ihrem Untergang

Eine interessante SFB (heute rbb) Dokumentation über letzte Versuche ein Land zu retten welches so längst keine Zukunft mehr hatte.

“Ich habe im Fernsehen gesehen, wie ein junger Westarbeiter aus Karl Marx Stadt in Giessen bei der ARD in die Kamera rein sagte: “Jetzt bin ich frei, jetzt kann ich mir endlich die Arbeit aussuchen die ich will”. Meine erste Reaktion: Du blöder Hund, meine zweite Reaktion: Du armes Schwein, meine dritte Reaktion: was haben wir falsch gemacht. Weil, der kommt ja von uns. Und da scheint mir dass es uns nicht gelungen ist, die vorhandenen Werte der Überlegenheit gegenüber dem Westen plausibel und verständlich zu machen. Es war normal, verständlich geworden. Der Arbeitsplatz, die Lehrstelle, das Studium und und und…”

Das war 1989, “Schwarzer Kanal” Moderator Karl Eduard von Schnitzler in der Jugendsendung ELF99 im DDR-Fernsehen. Letzte Versuche ein Land zu retten welches so längst keine Zukunft mehr hatte. Eine interessante SFB (heute rbb) Dokumentation mit dem Titel “Die DDR windet sich vor ihrem Untergang” über die letzten Monate der DDR und ein Zeugnis wie kaputt das Land war.

Discussion

One Response to “SFB – Die DDR windet sich vor ihrem Untergang”

  1. Kannte Schnitzler die wahren Gründe des Niedergangs der DDR-Wirtschaft? Was er wissen durfte, bestimmte das MfS.
    Schon Ende der sechziger Jahre begann die DDR als wichtigster Partner des Warschauer Vertrages mit dem Bau von Atombunkern in Vorbereitung auf einen Nuklearkrieg. Investiert wurden hier noch bis Anfang 1990. Auch die Stasi hatte sich in allen 15 Bezirken mit ähnlichen Bauwerken etabliert – auch Innerdeutsche Grenze und Mauer dienten der Geheimhaltung. Nur ein kleiner Personenkreis war informiert. Zusammenhänge zwischen Wirtschaft u. Rüstung wurden deshalb nie offen dargestellt. Trotz aller Probleme wurde 1983 das teuerste u. modernste Bauwerk des Ostblocks, nämlich der 250 Mio. – Honecker-Bunker in Regie der Regierung in Betrieb genommen. Honecker und seine „Mitstreiter“ sollten hier vor Beginn Infernos einquartiert werden. Planung für die Zeit nach einem Kernwaffenschlag im Fall des Überlebens? Zielland war die ehemalige Sowjetunion.
    H. Brehmer lt. Presse: „Ich gehörte der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA im MfS) an. Unsere Niederlage war verdient. Das gesellschaftliche Modell, das im Osten aufgebaut worden war, war eine Utopie, dann auch noch verkommen in militanten Machtstrukturen.“
    Gorbatschow verwies 1989 auf die Kompetenzen der DDR-Regierung in puncto innerer Sicherheit hin und lehnte eine Intervention ab. Zudem existierte die Perestroika seit 1986 – kein neuer 17. Juni 53 – ein Desaster für Honecker. Literatur: „Im Auftrag des Großen Bruders“, Autobiografie, AAVAA-Verlag Berlin, 2011.

    Posted by Krawuttke | 20. Mai 2012, 08:42

Leave a Comment on Krawuttke Click here to cancel reply